Gegengift befürwortet Initiative für ein Verbot synthetischer Pestizide

Die in der Romandie ansässige Bewegung „Futur3“ hat in diesem Jahr die erforderlichen Unterschriften ihrer Initiative für ein Verbot synthetischer Pestizide eingereicht. Der Vorstand von Gegengift befürwortet zum jetzigen Zeitpunkt eine Annahme der Initiative aus unterschiedlichen Gründen.

Abstimmung folgt 2020

Zwei Initiativen sind im Bereich der Pestizide zur Zeit aktuell: Sowohl die Initiative für ein Verbot synthetischer Pestizide als auch die Trinkwasser-Initiative haben beide die erforderliche Anzahl Unterschriften im Verlauf des aktuellen Jahres eingereicht. Bei beiden Vorstössen verweigert der Bundesrat einen Gegenvorschlag und beide dürften voraussichtlich 2020 zur Abstimmung gelangen.

Gegengift: Infos aus erster Hand

Unser Präsident und CEO hat mit beiden Initianten persönliche Gespräche über ihre Pläne und die voraussichtlichen Auswirkungen einer Annahme geführt. Alles in Allem sieht Gegengift zwar auch bei den Plänen aus der Welschschweiz Herausforderungen für die Landwirtschaft – geht jedoch im Gegenzug zur Trinkwasser-Initiative davon aus, dass diese bewältigt werden können. Alles in Allem unterstützt Gegengift deshalb die Pläne von Futur3, wird jedoch gegen die Trinkwasser-Initiative auch nicht aktiv opponieren.

Zwang im Grundsatz unschön

Dabei möchten wir betonen, dass unsere freiheitliche Grundhaltung grundsätzlich gegen Verbote spricht. Die Entwicklungen im letzten Jahrzehnt sowie die bisherigen Erfahrungen aus der Verbandsarbeit lassen jedoch nicht auf eine freiwillige Mitarbeit der betroffenen Exponenten schliessen. Das ist ihr gutes Recht – führt aber bei Interessensgruppierungen wie unserer nur noch zu Kopfschütteln. Deshalb bleibt wohl nur noch der Zwang, der zwar unschön – aber durchaus wirksam wäre.

Neustart ohne synthetische Pestizide

Die Initiative fordert ein grundsätzliches Verbot für synthetische Pestizide, was eine Art Neustart der Landwirtschaft bedeuten würde. Landwirtschaftliche Anwender haben in einer Übergangsphase von 10 Jahren Zeit, sich mit den neuen Rahmenbedingungen abzufinden und ihre Interessen unter den neuen Voraussetzungen durchzusetzen. Mit einer starken Lobby wie dem Bauernverband dürfte das durchaus möglich sein – nur konzentriert man sich da bereits auf die grundsätzliche Opposition. Ob diese Opposition schlussendlich tatsächlich im Interesse sämtlicher Landwirte sein wird, mögen wir stark zu bezweifeln.

Mehr Informationen über die Initiative, die Fortschritte und die diesbezüglichen Aktionen unserer Vereinigung werden partiell auf den sozialen Medien veröffentlicht. Mitglieder und Spender erhalten vertiefte Informationen per Newsletter.