Bussenreduktion für Monsanto – Wieso das auch Gutes hat!

Glyphosaturteil in Revision: Eine US-Richterin reduzierte die Busse für Monsanto von über 200 Millionen auf 78 Millionen Dollar. Weshalb sich dies auf unsere Forderungen und die Umwelt auch positiv auswirken kann, müssen wir kurz erklären.

Unbestreitbare Schuld

Die Wogen gingen hoch in den letzten paar Tagen: Das ursprüngliche Urteil von über 200 Millionen US-Dollar gegen Monsanto wurde in einem Berufungsprozess auf 78 Millionen reduziert. Was auf den ersten Blick wie perverse Verhandlungen über den Wert eines Menschenlebens scheinen, mag bei genauerer Betrachtung durchaus einen Nutzen für Pestizid-Gegner und Umwelt-Freunde wie uns entfalten.

Richterin kündigte grundsätzliche Neubeurteilung an

Noch zu Beginn der Neuverhandlung kündigte die zuständige Richterin an, den Fall neu und unter Berücksichtigung der Haltung von Monsanto aufzurollen. Aufgrund dieser Ankündigung musste befürchtet werden, dass das Gericht vom ursprünglichen Schuldspruch abweichen und die Schadenersatzforderung aufheben könnte. Mit dem Urteil stellte sich nun heraus, dass auch die aktuell zuständigen Entscheider die Verantwortung für die Erkrankung des Klägers bei Monsanto und ihrem Unkrautvernichter Roundup sehen, jedoch die Höhe der ursprünglichen Forderung stark reduzierten.

Bayer-Aktie auf Talfahrt

Gerade weil die grundsätzliche Schuld von Monsanto von dieser Instanz bestätigt wurde, stürzte die Aktie des Bayer-Konzerns um über 10% ab. In diesem Fall geht es nicht im Speziellen darum, eine möglichst grosse Entschädigungssumme zu erwirtschaften. Viel wichtiger, auch für uns, ist die Anerkennung des Belegs für die grundsätzlichen Schädlichkeit von Glyphosat und damit in Zusammenhang stehenden Krebserkrankungen. Etabliert sich diese Gerichtspraxis, stehen Tür und Tor für weitere rund 8700 Klagen (Quelle: AZ Aargauer Zeitung) offen, die aufgrund dieses Präjudizes entsprechend gewichtet werden dürften. Wird nun der erste Fall durch sämtliche Instanzen und Berufungsmöglichkeiten in Schuld und Höhe bestätigt, kommen mit den tausenden weiteren Fällen existenziell bedrohliche Forderungen auf Monsanto zu. Unser Bedauern hält sich stark in Grenzen.